Warum Berlin Wedding cool ist

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Es hat wohl fast jeder sein Bild vom Wedding, manchmal wohl ein ziemlich veraltetes. Im Wedding, da wohnt man doch nicht, der ist doch so grau. Von wegen! Berlin Wedding schickt sich gerade an, Szenevierteln wie Kreuzberg oder Friedrichshain oder sogar Kreuzkölln den Rang als Hotspot abzulaufen. Warum ist dies so? Berlin Wedding hat diverse Pluspunkte zu bieten, die den Zug dorthin, ob als Bewohner oder als Kneipengänger oder Clubfan, lohnend machen.

Erst einmal ist der Wedding, wie so viele andere Berliner Stadtteile auch, einfach mit der Zeit gegangen. Die Fassaden waren vielleicht einmal grau, aber jeder, der mit offenen Augen den Leopoldplatz umkreist, wird sehen, dass hier sehr viel passiert ist und die Vorteile, Altbausubstanz und viele Inhaber geführte Geschäfte, nun so richtig zum Glänzen kommen.

Dann ist natürlich ein Grund pro Wedding der der Bezahlbarkeit der Mieten. Während woanders schon lange die 10 Euromarke für einen Kaltquadratmeter gesprengt wurde, kann man auch heute noch im Wedding Wohnungen oder auch Ladengeschäfte finden, die bezahlbar sind. Der Zug von Neuberlinern mit einem kleinen Budget ist zwar nicht neu, aber logisch und sinnfällig. Menschen, die nicht im Geld schwimmen, haben nun einmal oft eine kreative Ader, die sie zu Improvisationskünstlern macht. Hier kann man genau das beobachten, dass in den Läden und auch einigen Fabriken neues, spannendes Leben wächst. Designer, Galeristen, Cafébetreiber, sie alle gehen in den gar nicht so weit von Mitte entfernten Stadtteil Wedding, einfach, weil es wenig Spaß macht, hohe Mieten zu zahlen, die die Kreativität beschränken.

Dann ist, ja, auch das ist ist ein nicht zutreffendes Klischee, der Wedding einfach ein grüner Bezirk. Wer an der Panke entlang spazieren geht, den einen oder anderen Biergarten besucht, wird sich ohne Übertreibung wie im Urlaub fühlen. Dann gibt es neben Flussauen und kleinen Parks natürlich noch den Humboldthain, und der ist im Sommer mindestens so voll und bunt besetzt wie der Görlipark oder das Ufer des Landwehrkanals.

Mit dieser Entwicklung einher geht natürlich auch eine neue Kneipen- und Clubszene. Wo Menschen aus aller Welt sich einfinden, entsteht auch etwas Buntes und Internationales. Und Experimentelles, wie kleine Theaterprojekte oder Soirees, die in privaten Wohnzimmern statt finden. Hier findet man also alles, von Kulinarik über Kultur zu guten Einkaufsmöglichkeiten. Ob der Ökomarkt am Leo zu nennen ist oder viele Restaurants, die veganes Essen anbieten: Es gibt nichts im Wedding, was einen Mangel erkennen lassen könnte.

Und natürlich fühlt es sich gut an, zu sagen, dass man einer der ersten war, der an den Wedding geglaubt hat. Und wenn dieses Pioniertum dann noch in einer großen Altbauwohnung stattfindet, wer will denn da noch sagen, dass es schwer gefallen ist, an den Wedding zu glauben? Berlin, das gilt überall (außer in Zehlendorf) lebt, verändert sich ständig und bietet genau denen eine Heimat, die dieses Fließende mögen. Wedding, ganz nah an Mitte, also bestens ans Zentrum angebunden, und dennoch eine Welt für sich. Cool, das Wort benutzt man hier gar nicht unbedingt, man ist es eben. Wer den Wedding erst noch entdecken will, hat hier etwas ganz Spannendes vor sich!

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